Steinhuder Weberei besteht seit 250 Jahren

Ein echter Familienbetrieb in 9. Generation

Steinhude war – neben Bielefeld – in Norddeutschland einst das bedeutendste Webereizentrum. Das hatte seinen Grund: das Steinhuder Meer. An dessen Ufern wurde seit Jahrhunderten Flachs angebaut, das die Steinhuder Fischer zum Knüpfen ihrer Netze verwendeten. Aus Flachs wurde Leinen gemacht. Im 18. Jahrhundert bildeten sich schnell viele kleine Handwebereien in Steinhude und Umgebung. In Steinhude allerdings sehr konzentriert, denn man besaß das kostbare Zunftrecht. Noch vor hundert Jahren gab es dort lediglich zwei wesentliche Berufe: entweder man war Fischer oder Weber. Die Qualität der hergestellten Webwaren war offenbar derartig gut, dass sich die Exporte im 19. Jahrhundert erheblich steigerten und sich allmählich die Qualitätsbezeichnung „Steinhuder Leinen“ einbürgerte. Sieben Webereien gab es sogar noch nach dem zweiten Weltkrieg. Heute ist Seegers & Sohn die einzige Weberei vor Ort.

Wo sonst Wassersportler am Steinhuder Meer ihre Freizeit verbringen oder Touristen mit ihren Rädern unterwegs sind, webt das Traditionsunternehmen für Sternehotels, kleine Familienhotels, Restaurants und Privatkunden.

Als familiengeführtes Unternehmen stellt Seegers & Sohn bereits im 250. Jahr und in neunter Generation edle Tischwäsche, Bettwäsche, Frottierwäsche aus feinstem Leinen, Halbleinen und Baumwolle sowie Küchentextilien her. Zu den Stärken zählen individuelle Anfertigungen, besondere Größen und Konfektionsarten sowie spezifische Einwebungen, auch in Kleinstmengen. 20 Webmaschinen, alle mit Jacquard-Einrichtung, besitzt die Weberei. Von den 25 Mitarbeitern sind 21 in der Weberei und vier im Fabrikverkauf tätig.

Familie Seegers war nachweislich bereits 1525 in Hannover und Umgebung ansässig. Der erste Webmeister kam 1763 nach Steinhude und machte sich 1765 selbständig. Er hieß Johann Dietrich Jacob Seegers und hatte 1728 im Dorf List bei Hannover das Licht der Welt erblickt. Der heutige Seniorchef Friedrich Seegers (65) hat das Unternehmen 1993 von seinem Vater übernommen. Heute führt er das Unternehmen zusammen mit seinem Sohn, Adrian Seegers. Er ist 31 Jahre alt und seit 2006 in der Weberei aktiv. Seegers Junior betreut die Geschäftskunden, während sich Friedrich Seegers um die ausländischen Kunden in Österreich und der Schweiz kümmert. Alle zwei Wochen fährt er in den Süden, um weitere größere, privatgeführte Familienhotels zu akquirieren. Seine Tochter Lara Himmel (35) kümmert sich um den Einkauf und das Marketing. Sie leitet den Bereich Privatkunden sowie den Fabrikverkauf und das Museum. Ein echter Familienbetrieb eben.

Seegers ist heute fast die einzige Weberei europaweit, die auf die beschriebene Art und Weise für Hotels und Gastronomie arbeitet. Nur in der Schweiz ist noch eine mit Seegers vergleichbare Weberei ansässig. Früher wurde in erster Linie der Fach- und Großhandel beliefert. In Deutschland hat Seegers heutzutage an die 100 Kunden. 70 Prozent des Umsatzes macht die Weberei jedoch in Österreich und der Schweiz – mit jeweils fünf Großhändlern, die die Qualität der Waren zu schätzen wissen. Ungefähr 200 Stoffe sind ständig vorrätig. Ergänzend zu dieser Kollektion werden den Kunden entsprechende Muster angeboten, die termingerecht gewebt werden. Die Tischwäsche aus feinstem Leinen ist ebenso robust wie edel und hält 600 bis 700 Waschgängen stand.

Das Museum, im Mai 2015 eröffnet, informiert über die Familiengeschichte und die Geschichte der Weberei. Im Fabrikverkauf, der 1995 eröffnet wurde, bietet das Traditionsunternehmen seine feinen Stoffe auch Privatkunden zum Verkauf an. Neue Tischwäsche wechselt saisonal mit passenden Accessoires. Die Weberei erfüllt gerne Sonderwünsche und ist in der Lage, von heute auf morgen Sonderanfertigungen herzustellen. Geöffnet ist der Fabrikverkauf montags bis samstags von zehn bis 18 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr.

Selbst die Bundeskanzlerin deckt auf Schloss Meseberg bei Empfängen mit Seegers Reinleinen-Tischwäsche ein. „Noch war Frau Merkel allerdings nicht hier“, merkt Friedrich Seegers schmunzelnd an und lädt sie herzlich zu einem Besuch in die Traditionsweberei ein.

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