Ausrüstung

Unter Ausrüstung versteht man eine große Anzahl eingesetzter Verfahren, um der Rohware (d. h. der Stoff, wie er vom Webstuhl kommt) Aussehen und Gebrauchseigenschaften zu geben, z. B. Färben, Bleichen, Rauhen, Mercerisieren, Sanforisieren.

Baumwolle

Die Baumwollfaser ist das Samenhaar der Baumwollpflanze. Baumwolle liefert knapp die Hälfte des Welt-Textilfaseraufkommens. Faktoren, die ihre Qualität bei der Verarbeitung und im Endprodukt bestimmen sind Faserlänge, Faserfeinheit, Reinheit, Festigkeit, Farbe und Glanz. Je länger eine Faser, um so feiner ist sie normalerweise. Die langfaserige Baumwolle wird zur Herstellung gleichmäßiger, hochwertiger Garne eingesetzt (Mako). Baumwolle kann etwa 40 % ihres eigenen Gewichtes an Wasser absorbieren, fühlt sich angenehm an, reizt nicht und wird deshalb besonders gerne für Textilien eingesetzt, die mit dem menschlichen Körper in Berührung kommen.

Bindung

Je nachdem, wie die Verkreuzung von Kette (läuft längs durch den Webstuhl) und Schuß (wird von der Seite her eingetragen) vorgenommen wird, wird der für den Gebrauch nötigen Zusammenhalt erreicht und die Struktur des Gewebes bestimmt. Dadurch wird das innere Gefüge und das äußere Aussehen der Gewebe bestimmt. Die Bindung wird beim Weben durch Heben und Senken der Kettfäden in bestimmter Reihenfolge gebildet. So gibt es Leinwand-, Köper- und Atlasbindung. Zur Herstellung hochwertiger Tischwäsche wird meist eine Atlasbindung verwendet.

Bleichen

Durch das Bleichen werden die Farbstoffe, die der Faser anhaften, entfernt. Während früher die Chlorbleiche Einsatz fand, wird heute auf Laugenbasis geblichen, was um ein Vielfaches umweltfreundlicher ist. Die entsprechenden Vorschriften und Regelungen gelten in der EU jedoch meist nicht für Importe aus außereuropäischen Ländern. Das Bleichen ist notwendig, wenn die Fertigware weiß oder aber mit hellen Farbtönen gefärbt werden soll.

Dichte

Die Dichte eines Gewebes hängt von der Fadeneinstellung ab. Diese bestimmt – neben der Güte des eingesetzten Garns – häufig die Qualität der Ware. Je mehr Fäden in Kette und Schuss eingebracht werden, desto dichter ist der Stoff.

Damast

Der Name wird allgemein für jacquardgemusterte Stoffe verwendet. Diese Gewebe, meist in Atlasbindung, zeichnen sich durch eine schöne Lichtreflektion der Musterung aus. Der Begriff Damast wird häufig auch als Bezeichnung für besonders hochwertiges Gewebe gesehen, was auch zutriff, da Jacquardgewebe aufwändiger herzustellen sind.

Einsprung

Einsprung bezeichnet das Schrumpfen (Krumpfen) von fabrikneuen Stoffen durch das Waschen. Liegt durchschnittlich je nach Qualität bei Bett- und Tischwäsche um 4-8 Prozent, bei Frottierwaren, bedingt durch die lockere Bindung bei der Herstellung, bis 15 Prozent. Der Einsprung kann in Kette und Schuss (d.h. in der Breite und in der Länge) unterschiedlich ausfallen. Bei höherwertigen Stoffen wird das Maß „nach der Wäsche“ angegeben. Der Hersteller gibt den ihm bekannten Einsprung bei der Konfektion zu. Der Einsprung wird auch stark von der Pflege der Wäsche beeinflußt.

Einstickung

Aufwertung und Kennzeichnung der Wäsche durch Einstickung von Schriftzügen, Emblemen, Wappen, etc. nach der Gewebeherstellung. Es können einfache und komplizierte Motive, auch mehrfarbig, gestickt werden.

Einwebung

Bindungstechnische Einarbeitung von Namen oder Motiven bei der Gewebeherstellung.

Fach

Fach bestimmt den Winkel, der durch die angehobenen und abgesenkten Kettfadengruppen ensteht. Durch dieses Fach wird der Schuß mittels verschiedenartiger Vorrichtungen (Schiffchen, Greifer, Projektil) eingebracht.

Fadenbruch

Reißt ein Kettfaden, so „merkt“ der Webstuhl das durch das Herunterfallen eines auf dem Kettfaden sitzendes Reiters. Der Webstuhl stoppt und der Faden kann – mit einem Weberknoten – neu zusammengefügt werden. Ähnliches gilt beim Schußfaden.

Flachs

Als Flachs wird der sog. Gemeine Lein bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Kulturpflanze, die zum einen zur Ölgewinnung und zum anderen zur Fasergewinnung verwendet wird. Das Wort „Flachs“ leitet sich vom Flechten ab und bezieht sich insofern auf die mögliche weitere Verarbeitung. Die Bearbeitung selbst ist sehr aufwändig, da zunächst die Bastfasern gelöst werden müssen. Nach weiteren Arbeitsgängen werden die Fasern gehechelt und schließlich gesponnen.

Flottung

Eine Flottung entsteht dann, wenn ein Faden über eine gewisse Distanz frei im Gewebe liegt und nicht durch einen anderen Faden eingebunden ist. Bis auf eine Ausnahme ensteht bei jeder Bindung eine Flottung. Ausnahme: Leinwandbindung.

Garne

Die Fasern (Natur- oder Chemiefasern) werden zu sogenannten Einfachgarnen verarbeitet. Diese wiederum lassen sich zu Zwirnen zusammenfügen. Gezwirnte Garne sind in der Regel haltbarer.

Garnfärbung

Färben der Garne vor dem Webprozeß. Mustereffekte, wie z. B. ein sich farblich abhebender Atlasstreifen sind durch verschiedenfarbige Garne in Kette und Schuß möglich.

Gewebe

Textilien, die aus Längs- oder Kettfäden und Quer- oder Schußfäden hergestellt sind, die miteinander, je nach Gewebestruktur oder gewünschter Musterung, während des Webens gekreuzt wurden. Die Art in der die Kett- und Schußfäden miteinander verkreuzt sind, nennt man Bindung. Die drei Grundbindungsarten sind: Leinwandbindung, Köperbindung, Atlasbindung (Schußatlas), Atlasbindung (Kettatlas). Die Atlasbindung wird auch als Satinbindung bezeichnet.

Gewicht

Das Gewicht eines Gewebes sagt nicht zwingend etwas über seine Qualität aus. Aber unterstellt, es werden hochwertige Baumwoll- und/oder Leinengarne eingesetzt, kann gesagt werden: je schwerer Tisch- oder Frottierwäsche ist, desto teurer ist sie auch. Für Bettwäsche gilt jedoch zumeist das Gegenteil: je leichter desto teurer.

Greifer-Webmaschine

Greifer-Webmaschinen sind Flachwebmaschinen, bei denen das Schußgarn mit Hilfe eines Greifers von einer Seite des Webstuhls durch das Fach geführt wird, während von der anderen Seite ein weiterer – leerer – Greifer bis zur Mitte kommt und dort den Faden übernimmt. Der Vorteil der Greifer-Webmaschinen gegenüber den klassischen Webmaschinen mit Schützen liegt insbesondere bei der höheren Produktion.

Halbleinen

Mischgewebe, bei dem Kette oder Schuß aus Leinengarn besteht, Gewichtanteil des Leinens mindestens 41 %. Mischungspartner ist meist Baumwolle. Bei Tischwäsche wird in der Regel bei einer Baumwollkette ein Leinenschuss eingesetzt. Dadurch, dass in der Kette meistens mehr Fäden je Zentimeter vorhanden sind, als im Schuß, liegt der Leinen- Gewichtsanteil am Gesamtgewicht meist etwas unter 50%.

Harnisch

Ein sogenannten Harnisch wird nur bei Webstühlen mit Jacquardeinrichtung benötigt und bezeichnet die Verbindung zwischen der Jacquard- und der Webmaschine mittels Kordeln. Jede Kordel steuert einen Kettfaden. Daraus folgt, dass die Anzahl der Kordeln gleich der Anzahl der Kettfäden sein muss. Bei breiten Webstühlen kann die Anzahl weit über 10.000 Kordeln liegen.

Hotelverschluss

Machart bei Kissen- und Deckenbezügen. Kissen und Einziehdecke werden durch einen Einschlag im Bezug gehalten. Bezüge mit Hotelverschluß bieten Vorteile beim Wäschewechseln und Mangeln.

Indanthren

Mit Indanthren-Färbung bezeichnet man allgemein die bestmögliche Einfärbmethode. Dieses bezieht sich sowohl auf die Färbung der ganzen Ware, als auch auf die Färbung des einzelnen Fadens. Wurde Ware indanthren gefärbt bzw. aus indanthren gefärbtem Garn hergestellt, ist diese in der Regel koch- und chlorecht.

Jacquardmaschine

Erfunden 1805 von Joseph Marie Jacquard in Lyon lässt sie das Muster im Gewebe entstehen. Ursprünglich durch Lochkarten, die durch die Maschine abgetastet wurden, wurde bestimmt, wann welcher Kettfaden gehoben bzw. gesenkt werden soll. Heute erfolgt dieser Vorgang meist elektronisch.

Kalander

Ausrüstungsmaschine zur Erzielung von Dichte und Glanzeffekten.

Kette

Die Kette läuft längs durch den Webstuhl und entspricht insofern auch der Längsrichtung des Gewebes. Sie bezeichnet die Gesamtheit aller Fäden, die durch den Webstuhl laufen. Die Anzahl der Fäden ist wesentlich von der Breite der zu webenden Ware abhängig.

Kochfestigkeit

Bei Bett- und Frottierwäsche ist die Kochfestigkeit aus hygienischen Gründen sinnvoll. Bei Tischwäsche sollte ebenfalls darauf geachtet werden, um so auch hartnäckige Flecken entfernen zu können. Verfügt die Ware über eine entsprechende Qualität und wurde bei farbiger Ware ein optimaler Färbeprozess gewählt, stellt das Kochen auch im Hinblick auf die Haltbarkeit des Gewebes kein Problem dar.

Köperbindung

Bei der Köperbindung geht der Schuss über mindestens zwei Kettfäden hinweg. Gewebe in Köperbindung weisen immer einen schräg verlaufenden Grat auf (Jeansstoff, Fischgrat o.a.). Die Köperbindung ist eine der drei Bindungsarten (neben Leinwand- und Atlasbindung).

Kreppbindung

Durch die Kreppbindung wird eine „rauhe“ Oberfläche des Gewebes erzeugt, wodurch dieses eigentlich glate Gewebe aufnahmefähiger wird. Findet Verwendung bei besonderer Tischwäsche oder bei Bettvorlegern oder feinen Gesichtstüchern.

Leinwandbindung

Bei der Leinwandbindung hat der Schussfaden jeweils einen Kettfaden unten und einen Kettfaden oben. Sie ist die einfachste der Bindungsarten und stellt die engste Verbindung zwischen Kette und Schuss dar.

Leinen

Begriff für Gewebe aus den Bastfasern der Flachspflanzen. Leinen ist strapazierfähig und von langer Lebensdauer. Seine glatte Faseroberfläche macht es flusenfrei. Ausschließlich aus Leinengarn hergestellte Gewebe werden als Reinleinen bezeichnet.

Mercerisieren

Beim Mercerisieren wird Baumwollgewebe und Maschenware aus Baumwolle veredelt. Dabei wird die Ware unter Spannung mit einer Natronlauge behandelt. Als Effekt zeigt sich – neben anderen – ein waschfester Glanz.

Optische Aufheller

Häufig werden die optischen Aufheller als „Weißmacher“ bezeichnet, was im Grund auch richtig ist. Optische Aufheller finden sich in Waschmitteln und erreichen, dass eine evt. vorhandene Gelbtönung der (weißen) Ware überdeckt wird. Insbesonderer bei stückgefärbter Ware kann der optische Aufheller zu einem Farbumschlang führen. Daher sollten solche Artikel ohne optische Aufheller gewaschen werden.

Rapport

Ein Rapport kann sehr kurz, aber auch sehr lang sein. Der Rapport bezeichnet die „Strecke“ bis sich ein Muster im Gewebe wiederholt.

Schuss

Der Schussfaden wird quer zwischen den – wie auch immer gehobenen oder gesenkten – Kettfäden eingebracht. Durch den Schussfaden werden die Kettfäden verbunden und es entsteht ein Gewebe in fester Struktur. Der Schussfaden liegt je nach Bindung über oder unter dem einzelnen Kettfaden.

Schussfärbung

siehe Garnfärbung.

Stückfärbung

Die Färbung des gewebten Stoffes. Die Farbgebung ist dadurch gleichmäßig einfarbig.

Vollzwirn

Ausschließlich gezwirnte Garne in Kett- und Schußrichtung. Eine Produktausstattung für besonders hohe Haltbarkeit und somit lange Lebensdauer.

Zwirn

Entsteht durch Zusammendrehen zweier Einzelgarne. Die Festigkeit wird dadurch erheblich gesteigert und die Gleichmäßigkeit des Gewebes verbessert.

Zwirnkette

Auch Kettzwirn genannt. Die Kette besteht aus gezwirnten Garnen. Wenn „Zwirnkette“ als Qualitätsbezeichnung verwendet wird, kann davon ausgegangen werden, dass der Schuss lediglich aus Einfachgarn besteht.